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Pressemitteilung

24.10.2018

Wirksame Therapien bei Urtikaria-Vaskulitis

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Meta-Analyse zu erfolgreichen und wirkungslosen Behandlungen

Welche Therapien existieren für Patienten, die an Urtikaria-Vaskulitis, einer seltenen Entzündungserkrankung, leiden? Und wie effektiv sind diese Behandlungen? Diesen Fragen sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der CharitéUniversitätsmedizin Berlin nachgegangen. Die Ergebnisse ihrer Meta-Analyse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Allergy and Clinical Immunology* veröffentlicht. Die Arbeit zeigt, welche Therapieansätze bei Urtikaria-Vaskulitis Erfolg versprechend sind. 

Die Urtikaria-Vaskulitis ist eine seltene, entzündliche Erkrankung der Blutgefäße. Zwischen 20.000 und 50.000 Menschen in Deutschland sind jährlich davon betroffen. Die Erkrankung ist schwierig zu behandeln, da es bislang keine eigens dafür zugelassenen Medikamente gibt. Es werden jedoch verschiedene Therapien angewendet, um den Patienten zu helfen – mit großen Unterschieden, was den Erfolg der Behandlung angeht. Aus diesem Grund hat Prof. Dr. Marcus Maurer, Forschungsdirektor an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité, mit seinem Team untersucht, welche Behandlungen bei Urtikaria-Vaskulitis wirksam sein können. Die Wissenschaftler haben dazu in einer systematischen Meta-Analyse alle bisher publizierten 250 Studien, in denen über die Behandlung von Urtikaria-Vaskulitis-Patienten berichtet wird, ausgewertet. Zentrale Erkenntnisse sind, dass Patienten mit Urtikaria-Vaskulitis von Behandlungen mit Kortison, Biologika und Immunsuppressiva profitieren. Hingegen sind Antihistaminika oder antientzündliche Medikamente für die Behandlung nutzlos.

Antihistaminika gehören zu den gängigen Therapien bei Patienten mit Urtikaria, der Nesselsucht. Urtikaria-Vaskulitis ist allerdings keine Form dieser Hautkrankheit. Da Patienten bei beiden Krankheiten ähnliche Symptome, wie Juckreiz, Quaddeln, Rötungen oder Schwellungen der Haut, aufweisen, wird die Uritikaria-Vaskulitis häufig mit der Nesselsucht verwechselt.

„Unsere Arbeit trägt dazu bei, dass wir Patientinnen und Patienten mit Urtikaria-Vaskulitis nun besser behandeln können“, sagt Prof. Maurer und ergänzt: „In unseren nächsten Forschungsprojekten wollen wir Kriterien für eine bessere Diagnose der Urtikaria-Vaskulitis erstellen und darüber hinaus Verfahren erarbeiten, mit denen wir das Ansprechen auf eine Therapie objektiv messen können. Das ist die Grundlage, um in Zukunft gezielt Wirkstoffe für die Urtikaria-Vaskulitis entwickeln zu können.“

*Kolkhir P, Grakhova M, Bonnekoh H, Krause K, Maurer M. Treatment of urticarial vasculitis: A systematic review. J Allergy Clin Immunol. 2018 Sep 27. pii: S0091-6749(18)31356-3. doi: 10.1016/j.jaci.2018.09.007.

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Kontakt

Prof. Dr. Marcus Maurer
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
CharitéUniversitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 518 043  



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